Freistellungen bei Treibstofftransporten*1

Es stellt sich immer wieder die Frage wie viel Treibstoff darf man in seinem PKW transportieren. Bei der Recherche im Internet ist folgendes heraus gekommen:

  • Es sind 240 Liter mit maximal 60 Litern je Behälter erlaubt.
  • Die Behälter müssen zugelassen sein.
  • Die Behälter dürfen, ausser es liegt eine Herstellervorgabe vor, nicht älter als 5 Jahre sein.*2

Abschließend noch das Zitat aus der ADR (aus der ab dem 3. Januar 2018 geltenden Fassung)

1.1.3 Freistellungen
1.1.3.1 Freistellungen in Zusammenhang mit der Art der Beförderungsdurchführung
Die Vorschriften des ADR gelten nicht für: a) Beförderungen gefährlicher Güter, die von Privatpersonen durchgeführt werden, sofern diese Güter einzelhandelsgerecht abgepackt sind und für den persönlichen oder häuslichen Gebrauch oder für Freizeit und Sport bestimmt sind, vorausgesetzt, es werden Maßnahmen getroffen, die unter normalen Beförderungsbedingungen ein Freiwerden des Inhalts verhindern. Wenn diese Güter entzündbare flüssige Stoffe sind, die in wiederbefüllbaren Behältern befördert werden, welche durch oder für Privatpersonen befüllt werden, darf die Gesamtmenge 60 Liter je Behälter und 240 Liter je Beförderungseinheit nicht überschreiten. Gefährliche Güter in Großpackmitteln (IBC), Großverpackungen oder Tanks gelten nicht als einzelhandelsgerecht verpackt;

Hier der komplette Text (Seite 28).

Anmerkungen vom Landesverband Motorbootsport Rheinland -Pfalz e.V. aus dem Jahre 2008

  1. Kunststoffkanister werden nach den geltenden Verpackungsrichtlinien grundsätzlich nicht mehr als einzelhandelsgerechte Verpackung angesehen, wenn sie älter als 5 Jahre sind. Solange der mobile Kraftstofftank aus Kunststoff fest mit dem Motor verbunden ist, zählt er als Tank. Das Alter spielt hier dann keine Rolle. Sobald sie diesen Tank aber vom Motor trennen und als Transportkanister verwenden, gelten vom Grundsatz her die 5 Jahre aus den Verpackungsrichtlinien. Vom Grundsatz bedeutet, dass dieser mobile Kunststofftank in der Regel wesentlich aufwendiger gebaut sein dürfte, als normale Kunststoffkanister und daher auch eine längere Lebensdauer haben müsste. Entscheidend ist hierbei die Herstellerangabe zur Lebensdauer dieses Kanisters. Liegt die Lebensdauer laut Hersteller über den 5 Jahren, können sie den Tank auch weiterhin benutzen. Ich empfehle deshalb, sich eine solche Bescheinigung zu besorgen und beim Transport mitzuführen. Solange sie sich innerhalb der vom Hersteller bescheinigten Lebensdauer bewegen, gilt dies als einzelhandelsgerecht verpackt.

  2. Funktionsträger im Verein sind nicht automatisch mit gewerblichen gleichgestellt. Entscheidend ist auch hierbei die Zweckbestimmung des Transportes. Wird dieser in gewerblicher Absicht, d.h. gegen Entgelt und mit Gewinnabsicht oder nur zum privaten Gebrauch durchgeführt. Wenn also eine Person (auch der Hafenmeister) aus dem Verein für eine andere Privatperson den Kanistertransport ohne Entgelt (hier ist natürlich nicht der reine Spritpreis gemeint) durchführt, ist diese als Privatperson anzusehen

*1 Der Leser möge bitte selber prüfen, ob unsere Interpretation der ADR korrekt ist und ob die verwendete Fassung noch gültig ist. Wir übernehmen keine Haftung für die oben getroffenen Aussagen.
*2 Das Herstellungsdatum bei Kunstoffkanistern sieht man an der Giesuhr.

 

Kai Neugebauer

Kai Neugebauer

Modellbauender Softwareentwickler der neben seinem Boot noch seinen VW T3 Multivan Syncro liebt.

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